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Die Zukunft des Valentin-Karlstadt-Musäums im Isartor

Rathaus der Stadt München
(c)muenchen.de

Beschluss der Vollversammlung des Stadtrats vom 25.10.23

Mit dem Beschluss des Stadtrats vom 25.10.23 beauftragt dieser das Baureferat die minimalen Anforderungen des Brandschutzes umzusetzen, um eine Gefahr von Leib und Leben abzuwenden und die Öffnung des Musäums zu gewährleisten. Zusätzlich zur Beseitigung der Brandschutzmängel sollen ergänzend weitere Möglichkeiten geprüft werden, einen zweiten Rettungsweg an der Außenfassade zu schaffen und so den Wunsch nach Barrierefreiheit mit den musealen Interessen in Einklang zu bringen. Für diese Maßnahmen stellt der Stadtrat rund fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Den Beschluss mit allen Anhängen und Ergänzungen finden Sie im hier im Rathausinformationssystem.

 

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Seit 1959 ist das Valentin-Karlstadt-Musäum nun im Isartor beheimatet, lange Zeit als Privatmuseum geführt ist es seit 2018 ein Museum der Stadt München.

Umbau Isartor - Presseberichte seit 2020

Entwurf Machbarkeitsstudie Sattler_ Ansicht Isartor
Versorgungsturm mit Aufzug und 2. Fluchtweg für einen Musäumsturm (technische Möglichkeit, kein architektonischer Entwurf)

Das Isartor ist das einzige Stadttor Münchens bei dem eine öffentliche Nutzung gelungen ist. Und dann noch so eine! Karl Valentin und Isartor, das gehörte schon zu Lebzeiten Valentins so zusammen, wie der süße Senf zur Weisswurst, das Kindl aufs Rathaus oder das „N“ in die SemmelNknödeln. Hier lebte er ums Eck in der Kanalstraße 8, hier lässt er seine Raubritter spielen, hier hat er sein Herz an die Stadt München verloren.
Der Musäumsgründer Hannes König wusste darum nur allzu gut, nach dem Krieg hat er das zerstörte Baudenkmal für sein Valentin-Musäum entdeckt und mit der kuriosen Ausstellung, dem Turmstüberl und der kleinen Brettlbühne darin wieder zum Leben erweckt. Was Karl Valentin selbst als Betreiber  des Panoptikums und Ritterspelunke immer wieder versucht hatte, Museum, Wirtshaus und Theater miteinander zu verbinden, im Isartor ist es nach seinem Tod furios gelungen.

Zum Valentin muss man sich „hinwuzeln“ hat Gerhard Polt vor kurzem einmal gesagt, das geht im Isartor besonders gut: über die legendäre Wendeltreppe dreht man sich durch die Ausstellungen hinauf bis ins Turmstüberl. Seit den 70er Jahren verbindet ein schmaler Wehrgang Süd- und Nordturm miteinander, was so mancher bei seinem ersten Besuch im Musäum auch glatt übersieht, ganz verdreht, kommt man nach einem Rundgang wieder aus dem Isartor. Das liegt sicher nicht nur an der Treppe und dem Bier im Stüberl, sondern auch an den Verdenkungen und Hirnwendungen von Karl Valentin und Liesl Karlstadt, die man mit jedem Schritt und Tritt im Isartor besonders gut erleben kann.

Karl Valentin, Liesl Karlstadt und die Volkssänger*innen haben im Isartor, im Herzen der Stadt München ihr zu Hause gefunden.

Nun ist das Isartor aber in die Jahre gekommen. Das tut es naturgemäß seit 500 Jahren immer wieder einmal. Unterschiedliche Zeiten haben unterschiedliche Vorstellungen und Notwendigkeiten und so hat auch das Isartor sich immer wieder verwandelt:
Zunächst war es ein Schutztor, an dem entschieden wurde, wer und was in die Stadt darf oder nicht, dann irgendwann eine Ruine die abgerissen werden sollte, dann wiederaufgebaut von Ludwig I. als Symbol des Herrschaftsverständnisses der Witttelsbacher in Bayern, danach zerstört im Krieg ein Taubenfriedhof und jetzt das Valentin-Karlstadt-Musäum. Ein wundervolles Museum in einem wunderbaren Denkmal.
Nur ist es leider nicht jedem vergönnt, sich über Treppe in Türme hinaufzuwuzeln, geschweige denn im Notfall schnell wieder hinunter zu kommen …

Die Zukunft klopft an die Tür, dem Brandschutz muss genüge getan werden, und gleichzeitig bietet sich eine große Chance: das Isartor, welches Symbol soll es für München werden?

Wie wäre es denn ein Stadttor für die nächsten Generationen zu gestalten, das jeder betreten kann? Das Isartor als Symbol für eine offene und integrative Stadtgesellschaft mit einem Valentin-Karlstadt-Musäum?
Karl Valentin für alle!
Teilhabe für alle!

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Gedankenfreiheit

Das Isartor am Anfang des Tals ist heute wie gestern einer der Eingänge in den Münchner Stadtkern. Aus der ganze Welt kommen Menschen ins Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor, um dort einem
Künstlern zu begegnen, der seit über 100 Jahren weit über München hinausleuchtet.

Das Tal wird in den nächsten Jahren zur Fußgängerzone umgebaut, vielleicht sprudelt der ein oder andere Stadtbach bald wieder zum Isartor. Der Münchner Stadtrat hat 2021 bezüglich des Brandschutzes und der Barrierefreiheit des Isartors eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, in der die Umsetzbarkeit geprüft wurde. Ja, beides gleichzeitig ist möglich. Theoretisch. Aber das Isartor ist auch ein Denkmal.

Geben wir uns doch einmal die Gedankenfreiheit ein Denkmal neu zu Denken:
Repräsentiert das Isartor in seiner gegenwärtigen Erscheinung das Herrschaftsbild der Wittelsbacher, könnte es künftig für eine demokratische Stadtgesellschaft mit einer Teilhabe für alle stehen.

Was wäre der Louvre ohne Pyramide?
Der Reichstag ohne Glaskuppel?
Das Lenbachhaus ohne erweiternden Anbau?

Was wäre das Isartor ohne Musäum?

München leuchtet. Die brandschschutzmäßige Ertüchtigung und barrierefreie Erschließung des Isartors wäre auf jeden Fall ein Leuchtturmprojekt für die Stadt München, das zusammen mit Karl Valentin weit sichtbar um die Wette strahlen könnte.

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